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Obst- und Weinbauern stehen mit dem Rücken zur Wand

Landwirtschaftsminister Peter Hauk informierte sich in Dielheim über die Frostschäden in den Kulturen

Auf dem Foto von links nach rechts: Uwe Freudensprung, Landtagsabgeordneter Karl Klein, Tanja Freudensprung, LVEO-Präsident Franz-Josef Müller, Bundestagsabgeordneter Dr. Stephan Harbarth und Landwirtschaftsminister Peter Hauk.

Dielheim. In der gestrigen Kabinettssitzung in Stuttgart hat Peter Hauk (CDU), der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, den Ministerpräsidenten und seine Ministerkollegen ganz aktuell darüber informiert, welche Erkenntnisse er bei seinen zahlreichen Vor-Ort-Terminen im ganzen Land hinsichtlich der Auswirkungen des Frosteinbruchs in den Nächten vom 19. bis 21. April gewonnen hat.

"Das war ein Jahrhundertfrost. Ein vergleichbares Ereignis gab es zuletzt im Jahr 1981. Die Schäden im Obst- und Weinbau und in der Landwirtschaft sind katastrophal, wir gehen schon jetzt von einem dreistelligen Millionenbetrag aus", so Hauk.

Inzwischen stuft das Land die Frostschäden sogar als Naturkatastrophe ein. Dadurch greife eine nationale Rahmenrichtlinie des Bundes, die die Voraussetzungen für finanzielle Hilfen schaffe. Die genaue finanzielle Schadenshöhe stehe im Detail aber erst zur eigentlichen Erntezeit fest, teilte gestern das Staatsministerium mit. Das Land werde den betroffenen Betrieben aber im Rahmen von Sofortmaßnahmen zur Seite stehen.

 "Es geht um die Sicherung der Existenz von unverschuldet in Not geratenen bäuerlichen Familienbetrieben", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Auch die Situation der regionalen Obstbauern und Winzer ist am Kabinettstisch zur Sprache gekommen, auf Initiative des Landtagsabgeordneten Karl Klein (CDU) war der Landwirtschaftsminister am Samstag auf dem Obsthof Freudensprung in Dielheim zu Gast. Klein: "Wir wollen ein klares Zeichen setzen, dass wir die betroffenen Betriebe nicht alleine lassen. Hier muss mit möglichst wenig bürokratischem Aufwand geholfen werden."

Uwe Freudensprung, der gemeinsam mit seiner Frau Tanja in dritter Generation den Obstbaubetrieb führt, berichtete "von schlaflosen Nächten und großen Sorgen um die Ernte", als die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fielen. "Einige Betriebe hatten noch die Möglichkeit, mit Frostschutzbewässerung dem entgegenzutreten, die meisten allerdings nicht."

Die Birnenanlage der Familie Freudensprung beispielsweise hat den Frost nicht überstanden. Landespräsident Franz-Josef Müller vom Landesverband Erwerbsobstbau (LVEO), der ebenso wie der Bundestagsabgeordnete Dr. Stephan Harbarth (CDU) und Vertreter des Ministeriums und des Amtes für Landwirtschaft und Naturschutz des Rhein-Neckar-Kreises in Dielheim mit dabei war, sagte: "Es ist hier dramatisch. Wir stehen hier in einer Birnenanlage, die 100 Prozent geschädigt ist. Diese Anlage wird keine Birnen tragen. Die Frostschäden sind dieses Jahr extrem und die Betriebe sind in Existenznot. Wir erwarten von der Politik nicht nur verbilligte Darlehen, sondern wir brauchen für viele Betriebe Ad-hoc-Hilfen."

Bei den Baiertaler Obstbauern Daniel Gefäller (Obsthof Gefäller) und Jochen Zuber (Obstbau Zuber) sieht es nicht besser aus. Gefäller: "Normalerweise haben wir keine Probleme mit Frost. Aber dieses Mal sind wir leider mit dabei. Und die Schäden sind so massiv, dass sie eigentlich noch gar nicht abschätzbar sind. Wenn ich die Anlage kontrolliere, habe ich wenig Hoffnung. Wir stehen im Moment mit dem Rücken an der Wand." Zuber: "Es sieht gar nicht gut aus. Bei den Kirschen und den Birnen haben wir ganz hohe Schäden, bei den Äpfeln muss man noch abwarten."

Rudolf Meel, der Aufsichtsratsvorsitzende des Winzerkellers Wiesloch, sprach die Situation der Winzer an: "Im Süden sind die Schädigungen noch mehr als hier, dort ist mehr als die Hälfte geschädigt. In der Wieslocher Region sind es 40 bis 50 Prozent, an der Bergstraße rund 30 Prozent."

Auch Andreas Ihle vom Rauenberger Weingut Ihle nahm an dem Treffen teil, erläuterte die Situation und Sicht der Winzer - "Wir stehen im Markt enorm unter Druck" - und wünschte sich seitens der Politik "ein Konzept für die Zukunft" und mehr Rückhalt: "Wer soll in der nächsten Generation noch Landwirtschaft betreiben?" Botschaften, die bei Hauk, den der Bundestagsabgeordnete Harbarth als "Landwirtschaftsminister, der auch tatsächlich ein Herz für die Landwirtschaft hat", bezeichnete, ankamen.

"Frost gibt es immer, das ist nichts Unbekanntes. Das Neue ist, dass die Vegetation deutlich eher einsetzt, als das früher der Fall war. Die Reben sind heute 14 bis 16 Tage früher dran. Das ist das Phänomen des Klimawandels, das frühe Austreiben ist eine Folge der Klimaerwärmung. Wir hatten selten so ein Jahr wie dieses, in welchem wir so weit in der Vegetation vorangeschritten waren und dann eine so massive Kaltfront kam. Das führt am Ende zu den Ertragsausfällen", sagte Hauk. Die Obstbauern könnten leider keine Frostversicherung abschließen, außerhalb des Weinbaus werde da praktisch nichts angeboten. Auf alle Fälle müsse vermieden werden, dass Betriebe in die Insolvenz gehen müssten.

Hauks grundsätzlicher Fahrplan in dieser Sache steht: "Wir müssen auch seitens des Landes die Mehrgefahrenversicherung stärker propagieren. Zudem werden wir prüfen, ob wir über die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur ein Hilfsprogramm auflegen können, um Landwirte, die in Existenznot zu geraten drohen, unterstützen zu können. Die Liquidität ist entscheidend, ob ein Betrieb überleben wird oder nicht. Von der Landwirtschaftlichen Rentenbank habe ich die Zusage, dass ein Liquiditätshilfeprogramm aufgelegt wird."



Auch der Bundestagsabgeordnete Dr. Stephan Harbarth ist an dem Thema dran und erwartet eine Stellungnahme von Christian Schmidt, dem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft.

(Text/Fotos: Matthias Busse)