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Volkstrauertag: Würdige Feierstunde in Rettigheim

Ansprache des Bundestagsabgeordneten Dr. Stephan Harbarth

Volkstrauertag: Würdige Feierstunde in Rettigheim

Rettigheim. Auch in Rettigheim gedachte man am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die würdige Feierstunde auf dem Friedhof wurde von dem Musikverein Eintracht sowie dem stellvertretenden Bürgermeister Klaus Jacobsen eröffnet. Nach einem musikalischen Vortrag des Sängerbundes folgte die Ansprache des Bundestagsabgeordneten Dr. Stephan Harbarth. Gleich zu Beginn machte Harbarth deutlich, welche Bedeutung dieser staatliche Gedenktag hat. Hier Auszüge der Rede: „Der Volkstrauertag erinnert uns in jedem Jahr an die Toten und das Leid der vergangenen Weltkriege sowie an die Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. Trauer ist ein sehr persönliches Gefühl. Man kann sie weder anordnen noch erzwingen. Wenn wir um einen Menschen trauern, dann hat er uns fast immer nahe gestanden und wir empfinden seinen Weggang aus unserer Mitte als einen Verlust, der eine Lücke hinterlässt und Schmerz verursacht. Heute trauern wir um Menschen, die wir kannten. Aber auch um jene, an die heute niemand mehr denkt, die längst vergessen sind.

Wir halten am Volkstrauertag die Erinnerung wach und rufen uns das dunkelste Kapitel unserer Geschichte ins Gedächtnis. Wir dürfen niemals damit aufhören, uns die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt, Völkermord, Verfolgung und Vertreibung vor Augen zu führen. Die Ehrfurcht vor dem Leben und der Menschenwürde darf nie wieder verloren gehen. In den beiden Weltkriegen, in allen Kriegen haben unzählige Menschen unsägliches Leid erfahren. Die reine Anzahl – zig Millionen von Toten –sagt aber noch nichts aus über das unendliche Leid eines jeden einzelnen Schicksals.

Wir denken an die dunkelste Phase unserer Geschichte, an den nationalsozialistischen Völkermord, der Deutschlands Namen in nie da gewesener Weise geächtet hat.

Vor etwas mehr als einem Monat, am 3. Oktober 2010, haben wir den 20. Jahrestag der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes gefeiert. 40 lange Jahre war Deutschland geteilt in West und Ost. Wir – auf der anderen (westlichen) Seite des Eisernen Vorhanges – hatten das Glück, in Freiheit leben zu können. Demgegenüber mussten die Menschen in der ehemaligen DDR hinter Mauer und Stacheldraht Unfreiheit und kommunistische Diktatur ertragen. Wenn wir uns heute den Mut, die Opferbereitschaft und den Bürgersinn der Menschen in der ehemaligen DDR vergegenwärtigen, durch den die Einheit Deutschland in Freiheit ermöglicht wurde, ist dies zugleich Verpflichtung für die Zukunft. Sowohl Volkstrauertag als auch der 3. Oktober ist immer zugleich ein Tag der Mahnung.

Volkstrauertag: Würdige Feierstunde in Rettigheim

Am Volkstrauertag fühlen wir uns allen Opfern der Kriege und des Unrechts verbunden. Solange wir uns der Opfer erinnern, bleibt deren Schicksal uns eine Mahnung für die Zukunft. Spuren ihrer Wege sind uns geblieben. Sie haben uns vielfältige Zeugnisse hinterlassen. Fotos, Film- und Tonaufnahmen, Erkennungsmarken geben uns einen lebendigen Eindruck ihrer Lebensumstände. Nie zuvor in der jüngeren deutschen Geschichte leben Menschen in Deutschland so lange in Frieden – seit nunmehr 65 Jahren.

Der Friede braucht Menschen, die ihn stiften – in den Familien, am Arbeitsplatz, in den Vereinen, Schulen, Gemeinden und Kirchen, insgesamt in der Gesellschaft. Die Impulse zu einem friedlichen Miteinander müssen vom Herzen und vom Kopf ausgehen. Hierzu bietet uns der Volkstrauertag die Chance. Dem VdK danke ich dafür, dass er den Volkstrauertag seit so vielen Jahren feierlich und würdevoll begeht. Mehr Achtung, mehr Verständnis, mehr Hilfsbereitschaft, mehr Verantwortung für den Mitmenschen, das sind die wesentlichen Grundlagen, die jeder von uns für eine friedvolle Zukunft beitragen kann.

Nur wer Frieden mit seiner eigenen kleinen Welt schließt, darf vom Frieden in der großen Welt träumen. Überall auf dem Globus wünschen sich die Menschen Frieden. Doch die Realität sieht anders aus: Unter den 365 beobachteten Konflikten im Jahr 2009 zählen die Politikwissenschaftler 31 hochgewaltsame Auseinandersetzungen, darunter 7 Kriege. Die Lage hat sich damit gegenüber dem Vorjahr erneut verschlechtert. Unser heutiges Gedenken und unser Mitgefühl müssen daher auch den vielen Opfern der Gegenwart und ihren Angehörigen gelten. Wir müssen erkennen, dass der Friede anfällig bleibt und immer wieder, Tag für Tag, hergestellt und gesichert werden muss. Mit dem Gedenken an alle Opfer der Vergangenheit und Gegenwart mahnt uns der Volkstrauertag nicht nur zum Blick in die Vergangenheit, sondern zum Wachsein in der Gegenwart. Der Volkstrauertag nimmt uns geradezu in die Pflicht, Menschlichkeit in den Mittelpunkt unseres Handels zu stellen. Er fordert uns auf, unbeirrt einzutreten für Menschenrechte und Menschenwürde. Und darum ist dieser Tag unverzichtbar.“

Klaus Jacobsen, der Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Karl-Heinz Hotz und Dr. Stephan Harbarth legten im Anschluss am Ehrenmal einen Kranz nieder.

Weitere Impressionen: Galerie. (Fotos: Pfeifer)