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Förderung von Frauen: Eine gemeinsame Aufgabe von Unternehmen und Politik!

Gestrige öffentliche Anhörung im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages Berichterstatter: Dr. Stephan Harbarth / Sachverständige: Dr. Angelika Dammann, Vorstandsmitglied Personal und Arbeitsdirektorin der SAP AG (Walldorf)

Das Foto zeigt v.l.n.r.: Dr. Stephan Harbarth MdB, SAP-Vorstandsmitglied Dr. Angelika Dammann und Siegfried Kauder MdB, Vorsitzender des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages.

Das Thema „Frauenquote“ stand in der gestrigen gemeinsamen Sitzung des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages mit dem Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Mittelpunkt der Diskussion. Der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Rhein-Neckar, Dr. Stephan Harbarth, war hierbei als Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu den Anträgen „Quotenregelung für Aufsichtsräte und Vorstände gesetzlich festschreiben“ und „Geschlechtergerechte Besetzung von Führungspositionen der Wirtschaft“ tätig. Die Sitzung wurde als „Öffentliche Anhörung“ mit Sachverständigen durchgeführt, unter ihnen auch Dr. Angelika Dammann, Vorstandsmitglied Personal und Arbeitsdirektorin der SAP AG (Walldorf).

Dammann machte zu Beginn ihrer Ausführungen deutlich, dass kein Zweifel daran bestehe, dass Frauen aktuell in Vorständen und Aufsichtsräten unterrepräsentiert seien. Es gelte, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen und ihre Potenziale stärker als bisher zu nutzen. Die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote hält die SAP-Arbeitsdirektorin aber nicht für einen geeigneten Weg: „Auf diese Weise wird das Problem nicht nachhaltig gelöst. Es bedarf eines breiten und längerfristig angelegten Maßnahmenpaketes, zu dem sich Unternehmen und Politik gleichermaßen verpflichten müssen. Ungeachtet einer möglichen verfassungs- und europarechtlichen Unvereinbarkeit der Frauenquote setzen wir ganz im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex auf konkrete, eigenverantwortliche und unternehmensspezifische Zielsetzungen.“ Diese Auffassung teilten auch weitere Sachverständige.

Dammann wies darauf hin, dass sich die DAX 30-Unternehmen am 30. März 2011 auf eine gemeinsame Erklärung verständigt haben, mit der ein klares Bekenntnis zur systematischen Förderung und Beteiligung von Frauen öffentlich und verbindlich abgegeben wurde. Diese Vereinbarung gelte insbesondere für Maßnahmen der Personalentwicklung wie auch einer Weiterentwicklung der Unternehmenskulturen, ohne die eine stärkere Repräsentanz von Frauen in höchsten Führungspositionen nicht erreicht werden kann. „An der Umsetzung dieser Verpflichtung arbeiten die DAX 30-Unternehmen bereits heute zielstrebig und mit aller Ernsthaftigkeit. Die aufgelegten Programme werden sehr konkret, transparent und zielorientiert eine Stärkung des Frauenanteils in Führungspositionen erreichen, wobei die gegenwärtigen vertraglichen Verpflichtungen für Vorstands- und Aufsichtsratsfunktionen selbstverständlich zu wahren sind und auch niemand allein wegen seines Geschlechts in seiner bisherigen Funktion ersetzt werden kann“, so das SAP-Vorstandsmitglied.

Die in den vergangenen Wochen kommunizierten Nominierungen von Frauen für Aufsichtsratspositionen hätten gezeigt, dass die Unternehmen in Deutschland gezielte Aktionen für eine stärkere Vertretung von Frauen ergreifen. Dammann: „Bei der Mehrzahl der jüngsten Aufsichtsratsnominierungen handelt es sich allerdings um Nominierungen von Frauen aus dem Ausland. Sie belegen, dass es in Deutschland heute noch zu wenige geeignete Kandidatinnen gibt. Dies gilt erst recht für Vorstandspositionen. Die Erfahrung, die hier benötigt wird, um zunehmend komplexe und global agierende Unternehmen mit höchster Verantwortung für die Zukunftsfähigkeit und Zukunftssicherheit der Mitarbeiter zu leiten, ist heute leider nur sehr beschränkt in Deutschland vorhanden.“

Diese Situation gelte es durch langfristige und konzertierte Maßnahmen zu ändern. Eine Quote, die auf kurzfristige signifikante Änderungen in den kommenden Jahren abziele, greife daher zu kurz: „Dies wird nicht ohne Qualitätseinbuße erfüllbar sein, es sei denn, fachlich geeignete Kandidatinnen kommen überwiegend aus dem Ausland. Das bringt jedoch für Deutschlands Frauen keine wirkliche Verbesserung. Heute streben viele gut ausgebildete Frauen in verantwortungsvolle Führungspositionen, nicht aber unbedingt in die wenigen und sehr weit entfernten Positionen in Vorstand und Aufsichtsrat. Für diese Mehrheit der Frauen bringt eine Quote also keinerlei Verbesserung. Deutschlands Frauen wollen aber jetzt eine Chance zur Verbesserung ihrer Situation. Dies kann nur mit gezielten Personalplanungsmaßnahmen und einer verantwortlichen Rolle der Politik für die Schaffung geeigneter flankierender Rahmenbedingungen erreicht werden. Kompromisse bei der Qualität sind jedenfalls nicht konsensfähig.“

Dammann fordert daher neben gezielten Personalplanungsmaßnahmen zur Förderung von Frauen sowie flexibleren Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer insbesondere auch eine entsprechende politische Weichenstellung für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hierzu gehören ihrer Ansicht nach der Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten für Kinder jeden Alters, flächendeckende Ganztagsschulen und ferner auch eine größere Wertschätzung in der Gesellschaft für berufstätige Mütter.

Die SAP-Arbeitsdirektorin abschließend: „Als Frau berufstätig zu sein, Karriereambitionen zu hegen und gleichzeitig eine Familie zu haben – das muss als Norm genauso gelten, wie das bei Männern der Fall ist. Davon sind wir heute allerdings weit entfernt, selbst in der jungen Generation. Diese komplexe Aufgabe können die Unternehmen nicht alleine lösen. Hier stehen Politik und Gesellschaft in der Mitverantwortung. Eine gesetzliche Quote wird diesen breiten gesellschaftlichen Wandel nicht erzwingen können, das kann nur ein nachhaltig angelegter und von allen Gruppen gemeinsam getragener gesamtgesellschaftlicher Prozess.“ Die SAP AG werde hierzu ihren Beitrag gerne leisten. (mb)

Das Foto zeigt von links nach rechts: Dr. Stephan Harbarth MdB, SAP-Vorstandsmitglied Dr. Angelika Dammann und Siegfried Kauder MdB, Vorsitzender des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages.