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Ich war Staatsfeind Nr. 1

Ehemaliger Stasi-Häftling und Fluchthelfer Dr. Wolfgang Welsch zog die Zuhörer in seinen Bann / Dr. Stephan Harbarth MdB vor Ort

Tag der Deutschen Einheit 2011: Feier der CDU Wiesloch: Ehemaliger Stasi-Häftling und Fluchthelfer Dr. Wolfgang Welsch zog die Zuhörer in seinen Bann / Dr. Stephan Harbarth MdB vor Ort

Wiesloch. Es wurde ganz still im gut besuchten Wieslocher Kulturhaus, als am gestrigen Montag, 3. Oktober 2011, Dr. Wolfgang Welsch auf Einladung der CDU Wiesloch zum „Tag der Deutschen Einheit“ sprach. Das Leben und die Erlebnisse des ehemaligen DDR-Bürgers Welsch, der seit Jahren nunmehr in Sinsheim zu Hause ist, sind Beweise dafür, dass die Erkenntnis „Die spannendsten Geschichten schreibt das Leben selbst“ durchaus zutreffend ist. Im März 1944 geboren, wurde der gebürtige Ostberliner im Alter von 20 Jahren bei einem Fluchtversuch von der Staatssicherheit (Stasi) der DDR verhaftet. Was folgte, war psychisch wie auch physisch für Welsch, der lange nicht darüber sprechen konnte („Ich hatte eine Sprechblockade, es ging einfach nicht.“), extrem belastend: Verurteilung wegen Republikflucht, nach zwei Jahren Haft, während derer er misshandelt und gefoltert wurde, Entlassung aus dem Stasigefängnis.

Foto: Dr. Wolfgang Welsch

Aufgrund der Vorbereitung eines Dokumentarfilms, mit welchem er sich kritisch mit dem SED-Regime auseinandersetzen wollte, wiederum Verhaftung und Verurteilung, dieses Mal mehrere Jahre Zuchthaus. Mit Scheinhinrichtungen und Isolationshaft versuchte die Stasi, Welsch zu brechen – was misslang.

Die persönliche Wende dann im Jahre 1971: Welsch gehört zu den Häftlingen, die von der Regierung Willy Brandt freigekauft werden. Ein anschließendes Politik- und Soziologiestudium in Gießen absolviert er erfolgreich, 1977 promoviert er in England mit einer Dissertation über das DDR-Ministerium für Staatssicherheit. Noch während seiner Studentenzeit baut Welsch eine Fluchthelferorganisation auf.

Im Vorwort seines autobiografischen Werkes „Ich war Staatsfeind Nr. 1 / Als Fluchthelfer auf der Todesliste der Stasi“ ist hierzu zu lesen: „Dort (Erg.: im Westen) macht ihn sein Hass (Erg.: auf die DDR) zu einem der brillantesten und erfolgreichsten Fluchthelfer: Mehr als zweihundert Ostdeutsche werden von seiner Organisation aus der DDR geschleust – und Welsch wird unter dem Decknamen des operativen Vorgangs `Skorpion´ zum gejagten Staatsfeind Nr. 1.“

Große Resonanz: Feier der CDU Wiesloch am Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2011

In seinem Vortrag macht der heute 67-Jährige deutlich: „Staatsfeind Nr. 1 – diese Bezeichnung habe ich nicht selbst gewählt, dies sind die Worte der Stasi für meine Person.“ Sein Wirken gegen die DDR hatte weitreichende Folgen: Es folgten mehrere Mordversuche, die Welsch überlebte. Die Erfahrungen Welschs wurde übrigens auch unter dem Titel „Der Stich des Skorpion“ von Stephan Wagner verfilmt.

Abschließend geht es Welsch nicht nur darum, über die Unrechtstaten des ehemaligen SED-Staates zu berichten und aufzuklären, sondern auch die heutige Situation all derjenigen, die damals Widerstand leisteten, Opfer wurden und noch heute beispielsweise unter den gesundheitlichen Folgen von menschenverachtender Stasi-Haft leiden, in den Mittelpunkt des öffentlichen Bewusstseins und Interesses zu rücken.

Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer, unter ihnen auch der Bundestagsabgeordnete Dr. Stephan Harbarth (CDU) und der Landtagsabgeordnete Karl Klein (CDU), zeigten sich tief beeindruckt von Welschs Ausführungen, lang anhaltender Applaus für einen in jeglicher Hinsicht hochinteressanten Vortrag.

Foto: Dr. Jörn Döring, CDU Wiesloch

Dr. Jörn Döring, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, der sowohl die Gäste begrüßt hatte und auch das Schlusswort sprach, bedankte sich im Namen der Wieslocher Christdemokraten und überreichte Dr. Wolfgang Welsch ein Präsent.

Foto: Feier der CDU Wiesloch am Tag der Deutschen Einheit 2011

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Gesangsduo, das unter anderem die bekannten Lieder „Die Gedanken sind frei“ und „Freiheit“ exzellent darbot. Die Feierstunde schloss mit der deutschen Nationalhymne. (Text/Fotos: Busse)