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Beleghebammen suchen Unterstützung im Kampf „David gegen Goliath“

Einkommens- und Arbeitssituation wird immer schwieriger / Hohe Haftpflichtprämien / Zähe Verhandlungen mit den Krankenkassen / Informationsgespräch mit Dr. Stephan Harbarth MdB und Sinsheims Oberbürgermeister Jörg Albrecht

Foto:  Informationsgespräch von Dr. Stephan Harbarth MdB und Sinsheims Oberbürgermeister Jörg Albrecht mit Beleghebammen der GRN-Klinik Sinsheim - Foto: Busse

Sinsheim / Rhein-Neckar. Die freiberuflich tätigen Hebammen haben aktuell schwer zu kämpfen: Seit Juli 2012 muss jede Hebamme pro Jahr eine Berufshaftpflichtprämie in Höhe von über 4.200 Euro aufbringen, unabhängig davon, ob Voll- oder Teilzeitstelle, ob viele oder wenige Geburten. Im Vorjahr lag der Beitrag noch bei durchschnittlich 3.700 Euro. „Das sind für viele Kolleginnen mehrere Monatsgehälter, wo soll das noch hinführen?“, äußerte Wiebke Rempfer, die Sprecherin der Beleghebammen Sinsheim, in einem heutigen Informationsgespräch gegenüber Dr. Stephan Harbarth, dem Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Rhein-Neckar, und Jörg Albrecht, dem Sinsheimer Oberbürgermeister, ihre Besorgnis.

Lag der Beitrag für die Versicherung im Jahre 2000 noch bei 400 Euro, so ist er mittlerweile um mehr als das Zehnfache gestiegen. Für die Beleghebammen, die in der GRN-Klinik Sinsheim tätig sind, wie auch für alle anderen Kolleginnen im Rhein-Neckar-Kreis und im ganzen Land, ist das nicht mehr zu schultern. Ein Lichtblick: Der Rhein-Neckar-Kreis sah Handlungsbedarf und beteiligt sich pro Hebamme mit einem Zuschuss in Höhe von 1.500 Euro, von der Sinsheimer Klinik selbst kommen nochmals 500 Euro hinzu.

„Wir haben europaweit 600 Versicherungen angeschrieben, denn ohne eine Versicherung dürfen wir nicht arbeiten. Aber es wird immer deutlicher, dass uns eigentlich niemand haben will. Eine Versicherung wollte sogar eine Jahresprämie in Höhe von 6.000 Euro“, berichtete Rempfer im Kreise vier weiterer Kolleginnen über ihre Erfahrungen. Die jetzige Prämie ist übrigens nur für ein Jahr festgezurrt. Die Hebammen befürchten, dass sie im kommenden Jahr noch weiter steigen wird: „Dann werden sich noch viele weitere Hebammen beruflich anderweitig orientieren müssen, denn dann können sie von ihrer Arbeit nicht mehr leben.“

Die finanzielle Belastung ist angesichts der bekannt schwierigen Einkommenssituation der Hebammen prekär, die Verhandlungen mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen, welche die Hebammenverbände selbst führen müssen, sind „schwere Geburten“: „Das ist wie ein Kampf David gegen Goliath.“ Aktuell beträgt der durchschnittliche Nettostundenlohn einer freiberuflich tätigen Hebamme 7,50 Euro. Pro Geburt gibt es laut den Sinsheimer Beleghebammen nunmehr 6 Euro mehr, pro Hausbesuch gerade mal 8 Cent. „Unter solchen Bedingungen haben wir noch nicht gearbeitet“, fasste Rempfer zusammen. Die notwendige qualifizierte Nachwuchsgewinnung gestalte sich zunehmend schwieriger.

Sehr deutlich wurde allerdings auch, dass es den Hebammen nicht nur um eine allgemein bessere Vergütung geht, sondern auch um die Wertschätzung ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit, die mit großem Engagement und viel Freude ausgeübt wird: „Die Momente der Geburt sind etwas ganz Besonderes. Angesichts der Tatsache, dass viele Paare nur noch ein Kind bekommen, ist eine Geburt etwas Einmaliges.“

Die Arbeit der Sinsheimer Beleghebammen geht aber weit über die Geburtshilfe hinaus, bereits im Vorfeld besteht zu den Familien, die Nachwuchs bekommen, ein enger Kontakt. Aufgrund vielfältiger sozialer Vernetzungen kann – sofern notwendig – auch durch die Vermittlung von Ansprechpartnern beispielsweise bei der Diakonie, bei psychologischen Beratungsstellen oder beim Jugendamt weitergeholfen werden.

Foto:  Informationsgespräch von Dr. Stephan Harbarth MdB und Sinsheims Oberbürgermeister Jörg Albrecht mit Beleghebammen der GRN-Klinik Sinsheim - Foto: Busse

Umfassende Informationen für den Bundestagsabgeordneten Dr. Harbarth, der sich in dieser Sache sowohl an die Gesundheitspolitiker seiner Fraktion als auch an den Bundesgesundheitsminister wenden wird. "Für die Beleghebammen, die eine ganz wichtige Arbeit leisten, geht es hier um existenzielle Fragen. Wir brauchen die Hebammen nicht nur in den großen Städten, sondern insbesondere auch hier bei uns im ländlichen Raum", so der CDU-Parlamentarier abschließend. (Text/Fotos: Busse)