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Deutscher Buchhandelspreis: Chance für Buchhandlungen im Wahlkreis Rhein-Neckar

Der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marco Wanderwitz MdB, informierte heute Dr. Stephan Harbarth MdB (Wahlkreis Rhein-Neckar) über einen neuen kultur- und medienpolitischen Preis, der im Koalitionsvertrag verabredet wurde und den Staatsministerin Prof. Monika Grütters MdB nun ins Leben gerufen hat. Durch die Herausforderungen der Digitalisierung und die neuen Möglichkeiten des digitalen Vertriebs von Büchern und weiteren Medien ist der stationäre Buchhandel stärker unter Druck geraten. Ein wertvolles Stück kultureller Infrastruktur und kulturellen Reichtums gerade in der Fläche ist bedroht. Mit dem Deutschen Buchhandelspreis soll darauf eine Antwort gegeben werden.

Die Förderung soll kleineren, wirtschaftlich unabhängigen Buchhandlungen, die sich durch innovative Geschäftsmodelle, besondere Lese- und Literaturförderung oder kulturelle Veranstaltungsprogramme auszeichnen, zugutekommen. Konzipiert wurde der Preis in enger Abstimmung mit der Branche (Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Kurt-Wolff-Stiftung).

Die Kriterien:

- die Buchhandlung muss inhabergeführt sein und ihren Sitz in Deutschland haben;
- ein konzernunabhängiges Sortiment anbieten; o das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) nutzen und nicht ausschließlich über den Großhandel (Libri, KNV etc.) bestellen;
- darf einen Jahresumsatz von eine Million Euro nicht übersteigen.

Folgende Auswahlkriterien dienen als Indikatoren, ohne mediale oder künstlerische Inhalte (z. B. konkrete Themen des Sortiments) zu bewerten:

- auszeichnungswürdiges kulturelles Veranstaltungsprogramm (z. B. Lesungen und Kooperationen mit anderen Kulturträgern oder Bildungsinstitutionen, durch die das kulturelle Leben vor Ort bereichert wird);
- auszeichnungswürdiges literarisches Sortiment (Indikator hierfür z. B. breit gefächertes Sortiment mit erkennbarer Verfügbarkeit von Backlisttiteln, breites Angebot kleinerer und unbekannterer Verlage - auch im Kinderbuchbereich, Kooperationen mit kleinen, unabhängigen Verlagen, Ausführungen von Einzelbestellungen);
- auszeichnungswürdige Lese- und/oder Literaturförderung (z. B. Lesungen, Autorenworkshops, Beteiligung mit Veranstaltungen im bundesweiten Vorlesewettbewerb, Kooperationen mit Bildungsinstitutionen, Kindergärten, Schulen, Kirchen; Bücherkisten/Lesekoffer für Kinder etc.);
- auszeichnungswürdiges innovatives Geschäftsmodell (z. B. vorbildhaftes Verkaufskonzept zur Verzahnung von E-Commerce und stationärem Buchhandel; herausragende Neugründung mit Nischenkonzept, besondere Kundenbindungsmaßnahmen). Dabei muss der kulturelle Bezug sichergestellt sein.
- Buchhandlungen können sich ab Anfang 2015 um eine Auszeichnung bewerben.

Ab Dezember 2014 wird über die näheren Details auf der Internetseite der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien www.kulturstaatsministerin.de informiert. Eine unabhängige Fachjury soll die Preisträger vorschlagen.

Der Regierungsentwurf 2015 sieht einen Ansatz von einer Million € für den Preis vor. Die Preisgelder sind wie folgt gestaffelt: 3 Buchhandlungen mit je 25 T €, 5 Buchhandlungen mit je 15 T € und 100 Buchhandlungen mit je 7 T €. Neben dem jeweiligen Preisgeld sollen alle Preisträger ein Gütesiegel erhalten. Dieses soll es den ausgezeichneten Buchhandlungen ermöglichen, auf die Auszeichnung in ihren Schaufenstern hinzuweisen.

Der neue Buchhandelspreis fügt sich ein in eine Reihe weiterer Kulturprogrammpreise der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Er folgt in seiner Konzeption den sehr erfolgreichen Vorbildern Spielstättenprogrammpreis Rock, Pop, Jazz und Kinoprogrammpreis. Diese zeichnen Veranstalterinnen und -veranstalter aus, die ihren Besuchern künstlerisch wertvolle und innovative Musik- oder Kinoerlebnisse bieten – mit Leidenschaft für die künstlerische Sache und oftmals mit eigenem ökonomischen Risiko. Mit dem Spielstättenprogrammpreis werden Livemusik-Programme der Sparten Rock, Pop und Jazz gewürdigt. Die Auszeichnung ist Teil der Förderungen der Initiative Musik, die seit 2008 mit Mitteln der BKM die Popmusik aus Deutschland fördert. Besonders die Clubs und Veranstaltungsreihen, die ein Programm abseits des Mainstreams gestalten, sollen in ihrer Arbeit unterstützt werden. Mit dem Kinoprogrammpreis zeichnet die Kulturstaatsministerin Filmtheater aus, die zur Verbreitung deutscher und europäischer Filme mit künstlerischem Rang beitragen. Weitergehende Informationen zu beiden Preisen finden Sie bei Interesse ebenfalls auf der Internetseite der Kulturstaatsministerin.