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Hans Calmeyer machte Juden zu „Ariern“ – und rettete auf diese Weise 3.700 Leben

Dr. Mathias Middelberg MdB stellte sein Buch „`Wer bin ich, dass ich über Leben und Tod entscheide?´: Hans Calmeyer – `Rassereferent´ in den Niederlanden 1941-1945“ vor / Dr. Stephan Harbarth MdB trifft Zeitzeugin Jacqueline van Maarsen, einst Anne Franks beste Freundin

Auf dem Foto von links nach rechts: Dr. Stephan Harbarth MdB, Jacqueline van Maarsen und Dr. Mathias Middelberg MdB.

Berlin/Rhein-Neckar. Ob Buch oder Film: „Schindlers Liste“ und „Das Tagebuch der Anne Frank“ sind weltweit bekannt. Wer aber hat schon einmal von Hans Calmeyer oder Jacqueline („Jopie“) van Maarsen gehört? Dr. Mathias Middelberg, Rechtsanwalt und seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages, sind diese Namen und die damit verbundenen ganz außergewöhnlichen und beeindruckenden Lebensgeschichten alle bestens vertraut. Insbesondere mit dem Juristen und Anwalt Calmeyer (1903 – 1972), der ebenso wie er aus Osnabrück stammt, hat sich Middelberg intensiv beschäftigt. Bereits seine im Jahr 2003 veröffentlichte rechtshistorische Dissertation setzte sich mit dessen Tätigkeit als „Rassereferent“ des Naziregimes während des 2. Weltkriegs auseinander.

In dieser Woche präsentierte Middelberg in Berlin nun sein neuestes und in diesem Jahr erschienenes Werk über Calmeyer, ein 272-seitiges Buch mit dem Titel: „`Wer bin ich, dass ich über Leben und Tod entscheide?´: Hans Calmeyer – `Rassereferent´ in den Niederlanden 1941-1945“. An der Buchvorstellung mit anschließendem Zeitzeugengespräch nahmen seitens der Politik unter anderem Bundesminister Peter Altmaier MdB und Dr. Stephan Harbarth MdB teil.

Laut Middelberg hatte Calmeyer in der deutschen Besatzungsverwaltung in Den Haag über „rassische Zweifelsfälle“ zu entscheiden, konkret darüber, ob jemand Jude oder „Arier“ sei.

Nach Middelbergs Recherchen konnte Calmeyer in 3.700 von 6.000 Fällen Juden zu „Ariern“ oder „Mischlingen“ deklarieren und ihnen auf diese Weise das Leben retten. Oftmals wird Calmeyer auch in Anspielung auf Oskar Schindler, der 1.200 bei ihm angestellte jüdische Zwangsarbeiter vor dem Tod bewahrte, auch „der Schindler aus Osnabrück“ genannt.

Für die einen „Schindler“, für die anderen „Schwindler“, für die einen „Retter“, für die anderen „Mittäter“ – Calmeyer wird sehr differenziert beurteilt. Für Middelberg steht indes fest, dass Calmeyer während des Zweiten Weltkrieges mehr Juden gerettet hat als jeder andere Deutsche. Auch Jacqueline van Maarsen (*1929), die beste Schulfreundin von Anne Frank (1929-1945) und ihre Familie, gehörten zu den Geretteten: Calmeyer erklärte sie zu „Ariern“, auf diese Weise entkamen sie der Deportation.

Die 86-jährige Niederländerin van Maarsen nahm als Zeitzeugin an der Buchvorstellung teil und berichtete aus ihrem Leben, auch im persönlichen Dialog mit Dr. Stephan Harbarth MdB. „Das war für mich ein ganz besonderer Moment“, sagte Harbarth, der beabsichtigt, Middelberg zu einer Veranstaltung in den Rhein-Neckar-Raum einzuladen.

(Text: Matthias Busse / Foto: Hermann Pentermann).

Auf dem Foto von links nach rechts: Dr. Stephan Harbarth MdB, Jacqueline van Maarsen und Dr. Mathias Middelberg MdB.